Editorial

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Musikalische Reise nach Italien


Mit dem klangvollen Titel «Italianità» luden Chor und Orchester des Gymnasiums FMS WMS Thun am 1. und 2. Mai 2019 zu einer Zeitreise durch verschiedene musikalische Epochen in die Kirche St. Martin ein.

 

Text Christina Burghagen, Thuner Tagblatt

Fotos und Videos Christa Gerber

 

«Real music till the day we die» hätte ein gutes Motto hergegeben an diesem Doppelkonzert der Thuner Gymnasiasten unter der Leitung von Christa Gerber, Matthias Gerber und Hans-Peter Gilgen. Tatsächlich prangte dieser Spruch in weissen Lettern vielsagend auf dem Rücken eines jungen Besuchers inmitten der voll besetzten Kirche. Mit einem schwungvoll gesungenen «Azzurro» nahm ein italienisch bunter Abend seinen Anfang, in dem einige Überraschungen warteten. Dem «Himmelblau» von Paolo Conte folgte ein wolkenloser Orchestervortrag von Antonio Vivaldis «Frühling» und «Sommer» aus den «Vier Jahreszeiten».

Konzertmeister Thomas Tschudin (1. Violine) komponierte als Maturarbeit ein Concerto grosso in Anlehnung an den Stil von Arcangelo Corelli. Bevor die Tanzsätze Preludio, Allemanda, Adagio, Corrente und Giga (Solistinnen: Maria Zürcher, Violine, Anna Heim, Cello) erklangen, erzählte er dem Publikum, dass er sich beim Komponieren Tanzende in barocken Gewändern vorgestellt habe. Bei den verspielten Melodien fiel es leicht, sich bestrumpfte Herren mit Perücke und Damen in ausladendem Rock beim Ball vorzustellen. Bescheiden liess Komponist Thomas Tschudin den langen, begeisterten Applaus über sich ergehen.

Das Gloria, RV589 (Ryom-Verzeichnis,) ist Antonio Vivaldis berühmtestes geistliches Werk. Entstanden ist es vermutlich für die Musikerinnen des Ospedale della Pietà, wo Vivaldi unterrichtete. Antonio Vivaldi war in Venedig lange als Maestro di Violino am Waisenhaus und Mädchenkonservatorium Ospedale della Pietà tätig. In der Zeit von 1713 bis 1717 ist das Gloria entstanden, aller Wahrscheinlichkeit nach als Teil einer Messe. Das Werk für Soli, Chor und Orchester bildete das Herzstück des Konzertabends, das meisterlich vorgetragen wurde. Als Solisten beeindruckten Maela Baumgartner, Tobias Liechti, Catarina Pimenta Rodriges, Samuel von Glutz und Aline Grundbacher.

Der verwegene Sprung von geistlicher Musik aus dem 18. Jahrhundert zum neuzeitlichen «Ti amo» von Giancarlo Bigazzi bescherte eine weiche Landung. Der anschliessende Hit «Volare» aus den 1950er-Jahren sorgte für Italo-Gefühl.

Als zweite Uraufführung präsentierte Michele Ianuzzo seine «Romanza» für Horn und Orchester, bei der er selbst als Solist auftrat. Ungemein gefühlvoll beseelte das Stück mit Ohrwurmqualität alle Anwesenden, das bestens für den Soundtrack eines Liebesfilms taugt. Dementsprechend leidenschaftlich fiel auch der Applaus für diese Uraufführung aus.

 

 

 

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Musikalische Reise nach Italien


Mit dem klangvollen Titel «Italianità» luden Chor und Orchester des Gymnasiums FMS WMS Thun am 1. und 2. Mai 2019 zu einer Zeitreise durch verschiedene musikalische Epochen in die Kirche St. Martin ein.

 

Text Christina Burghagen, Thuner Tagblatt

Fotos und Videos Christa Gerber

 

«Real music till the day we die» hätte ein gutes Motto hergegeben an diesem Doppelkonzert der Thuner Gymnasiasten unter der Leitung von Christa Gerber, Matthias Gerber und Hans-Peter Gilgen. Tatsächlich prangte dieser Spruch in weissen Lettern vielsagend auf dem Rücken eines jungen Besuchers inmitten der voll besetzten Kirche. Mit einem schwungvoll gesungenen «Azzurro» nahm ein italienisch bunter Abend seinen Anfang, in dem einige Überraschungen warteten. Dem «Himmelblau» von Paolo Conte folgte ein wolkenloser Orchestervortrag von Antonio Vivaldis «Frühling» und «Sommer» aus den «Vier Jahreszeiten».

Konzertmeister Thomas Tschudin (1. Violine) komponierte als Maturarbeit ein Concerto grosso in Anlehnung an den Stil von Arcangelo Corelli. Bevor die Tanzsätze Preludio, Allemanda, Adagio, Corrente und Giga (Solistinnen: Maria Zürcher, Violine, Anna Heim, Cello) erklangen, erzählte er dem Publikum, dass er sich beim Komponieren Tanzende in barocken Gewändern vorgestellt habe. Bei den verspielten Melodien fiel es leicht, sich bestrumpfte Herren mit Perücke und Damen in ausladendem Rock beim Ball vorzustellen. Bescheiden liess Komponist Thomas Tschudin den langen, begeisterten Applaus über sich ergehen.

Das Gloria, RV589 (Ryom-Verzeichnis,) ist Antonio Vivaldis berühmtestes geistliches Werk. Entstanden ist es vermutlich für die Musikerinnen des Ospedale della Pietà, wo Vivaldi unterrichtete. Antonio Vivaldi war in Venedig lange als Maestro di Violino am Waisenhaus und Mädchenkonservatorium Ospedale della Pietà tätig. In der Zeit von 1713 bis 1717 ist das Gloria entstanden, aller Wahrscheinlichkeit nach als Teil einer Messe. Das Werk für Soli, Chor und Orchester bildete das Herzstück des Konzertabends, das meisterlich vorgetragen wurde. Als Solisten beeindruckten Maela Baumgartner, Tobias Liechti, Catarina Pimenta Rodriges, Samuel von Glutz und Aline Grundbacher.

Der verwegene Sprung von geistlicher Musik aus dem 18. Jahrhundert zum neuzeitlichen «Ti amo» von Giancarlo Bigazzi bescherte eine weiche Landung. Der anschliessende Hit «Volare» aus den 1950er-Jahren sorgte für Italo-Gefühl.

Als zweite Uraufführung präsentierte Michele Ianuzzo seine «Romanza» für Horn und Orchester, bei der er selbst als Solist auftrat. Ungemein gefühlvoll beseelte das Stück mit Ohrwurmqualität alle Anwesenden, das bestens für den Soundtrack eines Liebesfilms taugt. Dementsprechend leidenschaftlich fiel auch der Applaus für diese Uraufführung aus.

 

 

 

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